„Comoren – Inseln in Blau“Refugium des Kharthala-Vulkans — Auf Moheli
Grand Comore ist die größte der vier Inseln. Drei bilden, ohne Majotte, die Islamische Republik der Comoren, deren größte Grand Comore ist. Wir sehen uns Moroni, die Hauptstadt, an sowie den Hafen, in dessen Schlick die Boote der Fischer repariert werden.
Danach steigen wir auf den Karthala. Er beherrscht mit seiner Größe die gesamte Insel, er ist ihre Mutter. Obgleich er sie erschuf, überschüttet er das Geschaffene regelmäßig mit der Glut der Lava. Sein Krater, der immer von einer Wolkenkrone umgeben ist, hat den größten Durchmesser aller Vulkane der Erde. Tief unten ruhend dampft leise sein grünes Auge dem Sonnenlicht entgegen, wartend auf das nächste Mal, während um ihn herum noch immer die Verwüstungen seit seinem letzten Grollen zu sehen sind.
Zeugen vergangener Jahrhunderte versetzen immer wieder in Erstaunen. Die Menschen leben hier zwischen ihrer Geschichte und dem was die Kolonialzeit an "Fortschritt" hinterlassen hat. Abhängig von den Lebensmittellieferungen Frankreichs und wartend auf Trinkwasser aus Dubai leben sie zwischen ihrem Gestern und einem Heute, dessen Fäden sie nicht mehr in ihren Händen halten.
An einem langen Seil herablassend, gehen wir durch den Gang einer riesig Lavahöhle an deren Ende sich eine Kolonie abertausender Fledermäuse tagsüber versteckt.
Neben dem noch sichtbar als Vulkaninsel gebliebenen Grand Comore gleicht die kleine Insel Moheli, obwohl auch wie ihre Schwestern aus dem Meer entstiegen, eher einem Paradies. Fast gänzlich von Regenwäldern bedeckt erscheint sie, eingebettet in das leuchtende Türkis des Indischen Ozeans, gleich einer Perle. Hier finden sich noch die letzten Riesenflughunde mit Flügelspannweiten bis zu 2m, die es sonst nur noch auf Anjouan gibt.
An ihren Stränden finden sich in den Nächten der Monate in denen bei uns Sommer ist, Meeresschildkröten ein um ihre Eier abzulegen. Von hier aus beginnen sie ihren Lebensweg der sie Jahre später an den Ort ihrer Geburt in einer der warmen Nächte, zurückführen wird. In den Wäldern auf den Hängen der Berge verbergen sich Anpflanzungen der Ylang-Ylang Büsche. Jene sind es, deren Blüten einen der weltweit teuersten Parfümrohstoffe liefern.
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