Die Gebrüder Denhardt: Fakten und LegendenDie Aussage vieler Geschichtsbücher, dass 1890 Sansibar gegen Helgoland getauscht wurde, ist falsch. Richtig ist, es wurde Wituland und die darin enthaltenen Besitzungen der deutschen Gebrüder Denhardt sowie der Caprivizipfel gegen Helgoland getauscht. Deutschland trat England seinen Einfluss in Sansibar und in der Region des Sultans von Witu ab.
Die Denhardts werden in den Geschichts-büchern nicht erwähnt. Dr.Carl Peters, der Konstrukteur des Vertrages, verdrängte sie. Von den beiden Brüdern ist wenig bekannt und erforscht, obwohl sie umfangreiche Tagebücher, Schriften und Kartenmaterial hinterließen. Letztlich entdeckten sie das nach ihnen benannte Mineral Denhardt.
Clemens und Gustav Denhardt wurden 1852 und 1856 in Zeitz geboren und wollten ursprünglich nach China und Japan. Doch sie strandeten in Ostafrika und gewannen das Vertrauen des Sultans von Witu. Dieser war unter Druck des expansionistischen Sultans von Sansibar geraten und suchte Schutz und Beistand. Denhardts fädelten den Kontakt zu Deutschland ein, ein Vertrag kam zustande. Gleichzeitig beschäftigten sie sich mit verschiedensten Forschungen und betätigten sich in der Landwirtschaft. Die Anfrage des belgischen Königs Leopold um Mithilfe zum Aufbau seines Kongoreichs lehnten sie ab.
Durch das expansive kolonialistische Bestreben von Dr. Carl Peters fiel nach dem Helgoland-Sansibar-Vertrag das heutige Tansania in die Hände von Peters eigener Kolonialgesellschaft (2. Deutsch-Ostafrikanische Gesellschaft deren Vorsitzender er 15 Jahre war) und in der Folge an das Deutsche Reich.
Deutschland wandte sich in der Folge vom Sultan von Witu ab. Die Gebrüder Denhardt verloren Hab und Gut, erhielten weder Entschädigung noch Ehre. Sie starben (Gustav am 19.07.1917 in Leipzig , Clemens am 07.06.1929 in Bad Sulza) arm und verbittert.
Die derzeitigen Geschichtsbücher gehen nicht auf das Wirken der Denhardts ein.
Das Expeditionsteam ist überzeugt, dass den Denhardts die gleiche Position zusteht wie den deutschen Afrikaforschern Dr. Krapf, Dr. Kersten, R. Brenner, Meyer, Carl Claus von der Decken und anderen. Sie haben auf diesen Erfahrungen und mit deren Unterstützung die Grundlagen für das heutige Tansania und Kenia gelegt.
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